Biografie
Adalet Ağaoğlu wurde am 13. Oktober 1929 im Landkreis Nallıhan, Ankara, geboren. Sie zählt zu den bedeutenden Persönlichkeiten der türkischen Literatur und ist die Schwester der Schriftstellerin und Theatermacherin Güner Sümer.
Nach ihrem Abschluss an der Ankara Kız Lisesi im Jahr 1946 absolvierte sie 1950 das Institut für Sprache und Geschichte an der Universität Ankara mit dem Schwerpunkt Französisch. Im Jahr 1951 trat sie in das Ankara-Radio ein und war bis 1971 in verschiedenen Positionen bei TRT tätig. Nach ihrem Rücktritt als Leiterin der Radioabteilung von TRT wandte sie sich dem Schreiben zu.
Ihre schriftstellerische Karriere begann sie 1946 mit Theaterkritiken, die in der Zeitung Ulus veröffentlicht wurden. 1953 inszenierte sie mit Sevim Uzgören das Stück „Bir Oyun Yazalım“ (Lasst uns ein Stück schreiben) im Ankara Küçük Tiyatro. Ihr erster Roman „Ölmeye Yatmak“ wurde 1973 veröffentlicht und untersucht die turbulenten Zeiten der Gesellschaft sowie deren Auswirkungen auf die Individuen.
Adalet Ağaoğlu ist bekannt für ihren meisterhaften Einsatz der Techniken des Bewusstseinsstroms und des inneren Monologs. In ihren Werken behandelt sie Themen wie das Identitätsbewusstsein, gesellschaftliche Druck und die Beziehungen zwischen Männern und Frauen. Romane wie „Ruh Üşümesi“ (Kälte der Seele) und „Bir Düğün Gecesi“ (Eine Hochzeitsnacht) sind bedeutende Werke, die sich mit der Zeit des 12.
März beschäftigen. 1986 war sie unter den Gründern der Menschenrechtsvereinigung, trat jedoch 2005 aus der Organisation aus. Im Jahr 1996 erlitt sie einen schweren Verkehrsunfall und verbrachte zwei Jahre im Krankenhaus.
Am 14. Juli 2020 verstarb sie im Alter von 91 Jahren in Istanbul.