Biografie
Cahit Sıtkı Tarancı wurde am 4. Oktober 1910 in Diyarbakır geboren und zählt zu den herausragenden Gestalten der türkischen Literatur des Cumhuriyet-Zeitalters. Sein eigentlicher Name war Hüseyin Cahit, und er stammte aus einer wohlhabenden Familie.
Nach dem Abschluss seiner Grundschulausbildung in Diyarbakır setzte er seine Ausbildung am Saint Joseph Französischen Gymnasium in Istanbul fort. Sein Interesse an der französischen Literatur entwickelte sich in dieser Zeit zu einem entscheidenden Faktor für seine literarische Laufbahn. Nach seinem Abschluss am Galatasaray-Gymnasium im Jahr 1931 schrieb er sich für ein Studium an der Mekteb-i Mülkiye ein, konnte jedoch aufgrund einer unglücklichen Phase dort seine Ausbildung nicht beenden.
Anschließend zog es ihn nach Paris, wo er an der Sorbonne Französisch und Literatur studierte. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs war er jedoch gezwungen, in die Türkei zurückzukehren. Die poetische Laufbahn von Tarancı begann in seinen Schuljahren, als er seine ersten Gedichte in den Zeitschriften Servet-i Fünun und Muhit veröffentlichte.
Insbesondere die in der Zeitschrift Varlık veröffentlichten Gedichte trugen dazu bei, ihn in der literarischen Welt bekannt zu machen. In seinen Gedichten thematisierte er das Leben, den Tod, die Liebe, die Einsamkeit und die Melancholie, wobei er seinen Lesern tief empfundene Gefühle in einer schlichten und lyrischen Sprache vermittelte. Sein bekanntestes Werk ist das Gedicht 'Otuz Beş Yaş', das mit seinen eindrucksvollen Ausdrücken über das Leben und den Tod zu einem Klassiker der türkischen Literatur geworden ist.
Im Jahr 1950 wurde Tarancı mit dem ersten Preis beim Gedichtwettbewerb der Cumhuriyet Halk Partisi ausgezeichnet. Doch schon seit seiner Jugend hatte er mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, und 1954 verlor er infolge eines Schlaganfalls seine Sprachfähigkeit. Der Dichter verstarb am 13.
Oktober 1956 in Wien, und seine Leiche wurde nach Diyarbakır überführt und dort beerdigt. Cahit Sıtkı Tarancı hinterließ einen tiefen Eindruck in der türkischen Literatur, und seine Gedichte erreichen nach wie vor ein breites Publikum.
Beziehungsstatus
Todesumstände
Viyana, Avusturya