Biografie
Carlos, geboren als Ilich Ramirez Sanchez, erblickte am 25. März 1949 in Caracas, Venezuela, das Licht der Welt als Mitglied einer wohlhabenden Familie. Schon in jungen Jahren begann er, im Einklang mit seinen politischen Idealen, seine ersten Schritte zu gehen.
Nach der Scheidung seiner Eltern zog er mit seiner Mutter und seinen Geschwistern in die Straßen Londons, wo er seine schulische Ausbildung fortsetzte. Die dynamische Atmosphäre Londons trug zu seiner intellektuellen Entwicklung bei. Nach dem Abschluss seiner Ausbildung wandte er sich Moskau zu, um dort seine revolutionären Gedanken weiter zu vertiefen. In seinen frühen Jahren zeigte sich Carlos in der revolutionären Jugend Venezuelas, nahm jedoch im Laufe der Zeit eine islamische Identität an und änderte seinen Namen in Salim Muhammed Nuri.
1970 trat er der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) bei und erhielt den Kampfnamen 'Carlos'. Dank einer Ausbildung in den Trainingslagern der PFLP im Jahr 1975 wurde er zu einem aktiven Spieler im Kampf, insbesondere gegen Israel. Während der 1970er und 80er Jahre erwarb er sich mit zahlreichen kühnen Aktionen in Frankreich den Titel 'der meistgesuchte Mann der Welt'.
Ein bedeutender Wendepunkt in seiner dunklen Karriere war der Bombenanschlag auf ein Einkaufszentrum in Paris im Jahr 1974. Nach seiner Festnahme im Sudan im Jahr 1994 führte der Konflikt mit den französischen Gerichten dazu, dass er sich selbst als internationalen Kämpfer definierte. Während des Verfahrens äußerte er sein Misstrauen gegenüber der französischen Justiz und wurde 1997 zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Überfall auf das OPEC-Treffen im Jahr 1975 erregte weltweit großes Aufsehen, als er 66 Geiseln nahm und die Aufmerksamkeit auf sich zog.
Nach seiner Ausweisung aus Syrien im Jahr 1991 lebte er in Ländern wie Libyen, Jemen und Jordanien. Nach seiner Festnahme behauptete er, dass über 1500 Menschen aufgrund seiner Aktionen ihr Leben verloren hätten. In seinem persönlichen Leben hatte Carlos eine 13 Jahre währende Beziehung mit der deutschen Fotografin Magdelana Kopp, aus der eine Tochter hervorging. Danach begann er eine neue Beziehung mit der Palästinenserin Lana Jarrar, mit der er eine weitere Tochter bekam.
Im Jahr 2001 heiratete er die französische Anwältin Isabelle Coutant Peyre und fügte seinem Leben eine neue Dimension hinzu. Am 28. März 2017 wurde Carlos zum dritten Mal zu lebenslanger Haft verurteilt, aufgrund eines Apothekenüberfalls in Paris im Jahr 1974, der zwei Menschenleben kostete und somit ein weiteres dunkles Kapitel in seiner Biografie öffnete.