Biografie
Camille Guerin wurde am 22. Dezember 1872 in Poitiers, Frankreich, geboren und war ein französischer Tierarzt, Bakteriologe und Immunologe. Sein vollständiger Name lautete Jean-Marie Camille Guerin.
Er hatte eine schwierige Kindheit, da sein Vater 1882 an Tuberkulose verstarb. Von 1892 bis 1896 absolvierte er die Ausbildung an der École vétérinaire d'Alfort in Frankreich. Im Jahr 1900 wurde er zum Laborleiter am Institut Pasteur in Lille ernannt und entwickelte 1905 eine Methode zur Kontrolle von Pockenimpfstoffen.
Für diese Arbeit wurde er vom Komitee der Akademie der Medizin mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. 1906 begann er zusammen mit Albert Calmette, an Tuberkulose zu forschen, und zwei Jahre später beobachteten sie, dass die Tuberkulosebakterien, die aus erkrankten Rindern gewonnen wurden, ihre krankheitserregenden Eigenschaften verlieren, wenn sie mit Gallensaft behandelt wurden. Diese Entdeckung führte zur Entwicklung des BCG-Impfstoffs (Bacillus Calmette-Guerin).
Die erste erfolgreiche Impfstofftestung fand am 1. Juli 1921 in Paris statt, und die Impfungen verbreiteten sich schnell. Nach den tragischen Ereignissen in Lübeck, Deutschland, wurden die Impfpraktiken jedoch erneut überprüft.
1939 wurde er stellvertretender Vorsitzender des Nationalen Verteidigungskomitees gegen Tuberkulose und übernahm 1948 den Vorsitz des ersten Nationalkongresses über BCG. 1951 wurde er zum Präsidenten der Akademie der Medizin gewählt, und 1950 erhielt die University of Illinois und ihre Forschungsstiftung die Genehmigung zur Impfstoffherstellung. Camille Guerin verstarb am 9.
Juni 1961 in Paris, Frankreich, im Alter von 89 Jahren.