Biografie
Carl Bosch wurde am 27. August 1874 in Köln, Deutschland, geboren und verstarb am 26. April 1940 im Alter von 66 Jahren in Heidelberg.
Sein Vater war Sanitärinstallateur, und sein Onkel Robert Bosch spielte eine führende Rolle in der Entwicklung der Zündkerze. Sein Studium begann er 1894 an der Technischen Hochschule Charlottenburg, wo er Metallurgie und Maschinenbau studierte, bevor er 1896 an der Universität Leipzig eine chemische Ausbildung aufnahm. 1898 schloss er seine Promotion mit Forschungen zur organischen Chemie ab.
Carl Bosch ist der Gründer eines der größten Chemieunternehmen der Welt, der IG Farben. Gemeinsam mit Friedrich Bergius gewann er 1931 den Nobelpreis für Chemie für ihre veröffentlichten Arbeiten zu chemischen Drucktheorien. Zwischen 1902 und 1907 arbeitete er an Verfahren zur Stickstoffproduktion und entwickelte von 1909 bis 1913 zusammen mit Fritz Haber das als Haber-Bosch-Prozess bekannte Verfahren zur Stickstofffixierung unter hohem Druck.
Dieses Verfahren ermöglichte die großtechnische Ammoniaksynthese in der Industrie und trug weltweit zur Steigerung der Agrarproduktion bei. Nach dem Ersten Weltkrieg erweiterte er die Hochdrucktechnik auf die Synthese von synthetischen Kraftstoffen und Methanol. 1925 wurde er der erste Geschäftsführer der IG Farben und 1935 zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats ernannt.
Bosch kritisierte zahlreiche Nazi-Politiken, was dazu führte, dass ihm schrittweise hochrangige Ämter entzogen wurden. Nach einer langen Krankheit verstarb er 1940. Darüber hinaus war Bosch ein Sammler von Insekten, Mineralien und Schmuck.
Seine gesammelten Meteoritenproben wurden der Yale-Universität geliehen und später vom Smithsonian Institute gekauft. Ein Asteroid mit der Bezeichnung 7414 wurde zu seinen Ehren benannt.