Biografie
Elias Canetti wurde am 25. Juli 1905 in Ruschuk, Bulgarien geboren und verstarb am 14. August 1994 in Zürich, Schweiz.
Der im Alter von 89 Jahren verstorbene Canetti war ein Soziologe, Schriftsteller und Dramatiker, der tiefgreifenden Einfluss auf Massenverhalten ausübte. Seine Werke verfasste er in deutscher Sprache und erhielt 1981 den Nobelpreis für Literatur. 1916 begann Canetti in Wien Chemie zu studieren, wo sein Interesse für die Literatur erwachte.
1929 schloss er sein Studium an der Universität Wien ab. Nach seinem ersten literarischen Werk „Dahi Brutus“ wandte er sich, inspiriert von der Brandstiftung des Justizpalastes in Wien im Jahr 1927 durch einen wütenden Mob, der Untersuchung von Verhaltensauffälligkeiten in der Gesellschaft zu. 1928 lernte er in Berlin Bertolt Brecht, Isaak Babel und George Grosz kennen, was ihm Inspiration für seine Romane über die Abgründe des menschlichen Verhaltens gab.
Sein Meisterwerk „Die Blendung“ vollendete er mit 30 Jahren und trotz des Verkaufsverbots durch das NS-Regime fand es großen Anklang. 1934 heiratete er die Schriftstellerin Veza Taubner-Calderon und in dieser Zeit schrieb er die Theaterstücke „Hochzeit“ und „Die Komödie der Eitelkeit“. Im Jahr 1952 erwarb er die britische Staatsbürgerschaft und verbrachte einen Großteil seines Lebens dort. 1960 veröffentlichte er sein Werk „Masse und Macht“ und 1971 ging er eine zweite Ehe mit Hera Buschor ein.
Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte Canetti in Zürich, wo er gemäß seinem Testament neben dem berühmten Schriftsteller James Joyce beigesetzt wurde. Canetti erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Nobelpreis, und hinterließ bedeutende Werke, die das Verständnis für Gesellschaft und menschliche Psychologie im 20. Jahrhundert bereicherten.