Biografie
Fatin Rüştü Zorlu wurde am 20. April 1910 in Istanbul geboren und war ein türkischer Politiker. Seine schulische Laufbahn begann er am Galatasaray Gymnasium und schloss später sein Studium an der Fakultät für Politikwissenschaften der Universität Paris ab.
Nach seinem Aufenthalt in Paris setzte er seine Ausbildung an der Juristischen Fakultät der Universität Genf fort und kehrte anschließend in die Türkei zurück. Im Jahr 1932 trat Zorlu als Berufsanwärter im II. Referat der Politikabteilung in den Staatsdienst ein, wo seine feste Anstellung 1933 bestätigt wurde.
1934 ließ er sich aufgrund seines Militärdienstes von seiner Position befreien und kehrte 1935 zur Generaldirektion der Politikabteilung zurück. 1936 übernahm er die Position des stellvertretenden Rechtsberaters. Ab 1937 war er als Leiter des II.
Referats der Handels- und Wirtschaftsabteilung tätig, gefolgt von seiner Ernennung zum Leiter des I. Referats der Politikabteilung und zum Ersten Sekretär an der Botschaft in Bern, beide Posten im Jahr 1938. 1939 war er Erster Sekretär an der Botschaft in Paris und wurde 1941 Direktor der Abteilung für politische Planung. 1942 übernahm er die Rolle des Ersten Sekretärs und stellvertretenden Minister an der Botschaft in Kuybişev (Moskau).
Im Jahr 1943 war er Generalkonsul im Konsulat von Beirut, 1946 wurde er Allgemeiner Direktor in der Handels- und Wirtschaftsabteilung, 1949 Referatsleiter und 1950 stellvertretender Sekretär für wirtschaftliche Angelegenheiten. 1951 wurde er Generalsekretär der Internationalen Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit im Staatsministerium und 1952 ständiger Botschafter der Türkei bei der NATO in Paris. Bei den Wahlen von 1954 wurde er als Abgeordneter der Demokratischen Partei für die Provinz Çanakkale gewählt und bekleidete bis 1960 das Amt des Vizepremiers, Staatsministers und Außenministers.
Während des Militärputsches am 27. Mai 1960 wurde er verhaftet und vor dem auf Yassiada eingerichteten Höchsten Gerichtshof angeklagt, wo er zum Tode verurteilt wurde. Am 16.
September 1961 wurde er hingerichtet. Sein Leichnam wurde 29 Jahre später am 17. September 1990 von seinem Grab auf der Insel Imralı nach Istanbul in das dort errichtete Monumentalgrab überführt.