Biografie
Gabriela Mistral wurde am 7. April 1889 in Vicuña, Chile, geboren und verstarb am 10. Januar 1957 in Hempstead, New York, USA, im Alter von 68 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Ihr bürgerlicher Name lautete Lucila de María del Perpetuo Socorro Godoy Alcayaga, und sie zählt zu den bekanntesten Schriftstellern der lateinamerikanischen Literatur. 1945 wurde sie mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet und war damit die erste lateinamerikanische Literatin, die diesen Preis erhielt. Mistral kam als Tochter eines Dorfschullehrers in eine Familie mit spanischen, baskischen und indigenen Wurzeln zur Welt.
Sie brach ihre schulische Ausbildung frühzeitig ab, begann jedoch, sich autodidaktisch weiterzubilden und unterrichtete anschließend selbst. Ihre ersten Gedichte verfasste sie im Alter von 15 Jahren und verliebte sich mit 17 in einen Eisenbahner. Diese Beziehung endete tragisch mit dem Selbstmord ihres Geliebten, was Mistral veranlasste, sich noch intensiver der Poesie zuzuwenden.
1914 gewann sie mit ihrem Werk 'Sonetos de la Muerte' den Juegos Floral Preis und schrieb 1922 das Buch 'Desolación'. Im Jahr 1926 war sie als chilenische Vertreterin bei den Vereinten Nationen tätig, bevor sie nach Mexiko emigrierte, um an Bildungsreformprojekten teilzunehmen. Mit ihrem Werk 'Lecturas para Mujeres' von 1923 unterstützte sie die ideologische Grundlage der Mexikanischen Revolution.
Mistral verbrachte die letzten 34 Jahre ihres Lebens im Exil außerhalb ihrer Heimat. Nach ihrem Tod im Jahr 1957 wurde ihr Leichnam nach Chile überführt, wo eine Trauerzeit ausgerufen wurde. Sie erhielt zahlreiche Ehrendoktorate von Universitäten und behandelte in ihren Werken Themen wie Natur, Liebe und mütterliche Zuneigung sowie die Unterdrückung der Indigenen in Südamerika.