Biografie
Hafız Burhan wurde am 23. Mai 1897 in Istanbul geboren und trug ursprünglich den Namen Burhaneddin. Sein Vater, Tüfekçi Ahmed Bey, war Soldat im Garde-Regiment von Sultan Abdülhamit II, und seine Mutter hieß Feride Hanım.
Nach dem Abschluss der Grundschule absolvierte er die Kocamustafapaşa Rüştiyesi. Schon in jungen Jahren fiel seine schöne Stimme auf, und er begann, obwohl er sein Hifz noch nicht abgeschlossen hatte, Mukabele, Mevlid und Mersiye zu lesen. Im Jahr 1918 trat er der Mızıka-yı Hümayun bei und begann dort mit seinen Kompositionen, verließ die Institution jedoch bald auf eigenen Wunsch.
Eine Zeit lang versuchte er sein Glück im Handel und eröffnete ein Plattenladen in Beşiktaş, wo er zwischen 1925 und 1926 etwa hundert Platten für die Firma Columbia Plak aufnahm. Außerdem komponierte er die Musik für viele türkische Filme. Er gab Konzerte im Ausland und trat in verschiedenen Fasıl-Ensembles in Istanbul als Hanende auf.
Hafız Burhan war bekannt für seine breite und kraftvolle Stimme, die er beim Ezan und in der Rolle eines Muezzins eindrucksvoll zur Geltung brachte. Als einer der letzten Meister des Gazel-Formats nahm er zahlreiche Werke wie türkü, şarkı und ninni auf Platte auf. Am 18.
April 1943 erlag er im Hacı Bayram Camii in Ankara einem Herzinfarkt, während er einen Mevlid las, und verstarb im Alter von 46 Jahren. Seine Beisetzung fand in Istanbul auf dem Friedhof des Yahyâ Efendi Dergâhı in Beşiktaş statt. Hafız Burhan leistete als einer der bedeutenden Künstler seiner Zeit wichtige Beiträge zur türkischen Musik, und seine Werke werden noch heute geschätzt.