Biografie
Hans Asperger wurde am 18. Februar 1906 in Hausbrunn, Österreich, geboren. Sein vollständiger Name ist Johann Friedrich Karl Asperger und er wuchs als gläubiger katholischer Christ auf.
Nach seinem Abschluss an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien im Jahr 1931 übernahm er die Leitung der Ausbildungseinheit der Kinderklinik des Universitätsklinikums Wien. Hans Asperger ist besonders für seine Forschungen zu psychischen Störungen bei Kindern bekannt. 1944 stellte er bei vier Kindern, die er beobachtete, 'autistische Persönlichkeitsmerkmale' fest.
Diese Kinder zeigten zwar nicht die typischen Muster der klassischen Autismusdiagnose, wiesen jedoch alle Symptome des autistischen Spektrums auf, wie Kommunikations- und Interaktionsschwierigkeiten sowie Probleme mit der Fantasie. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs gründete er gemeinsam mit der Krankenschwester Victorine eine Schule für Kinder mit autistischen Eigenschaften, die jedoch während eines Luftangriffs zerstört wurde. Nach dem Krieg setzte Hans Asperger seine akademische Karriere an der Universität Wien fort und war zwischen 1946 und 1949 stellvertretender Leiter der pädiatrischen Klinik.
Im Jahr 1949 wurde er Direktor der pädiatrischen Klinik in Innsbruck und 1962 zum Ordinarius für Pädiatrie an einem Wiener Krankenhaus ernannt, wo er 1977 in den Ruhestand ging. Hans Asperger erlangte posthum Anerkennung für seine Arbeiten über psychische Störungen. In den 1980er Jahren stieg das Interesse an seinen Forschungen, und das Asperger-Syndrom wurde zu seinen Ehren benannt.
Hans Asperger heiratete 1935 Hanna Kalmon und hatte vier Töchter sowie einen Sohn. Er verstarb am 21. Oktober 1980 in Wien, Österreich, im Alter von 74 Jahren.