Biografie
Helmut Ritter wurde am 28. Februar 1892 in Hessisch Lichtenau, Deutschland, geboren. Nach dem Abschluss der Oberschule in Kassel, Hessen, im Jahr 1910 immatrikulierte er sich 1913 an der Universität Halle.
Dort erhielt er Unterricht von renommierten Wissenschaftlern wie Carl Brockelmann und Paul Kahle. Anschließend zog er nach Straßburg, wo er bei Theodor Nöldeke Theologie, kritische Textedition sowie Latein- und Griechischkenntnisse erwarb. Nach dem Ersten Weltkrieg begann er 1919 als Professor am Lehrstuhl für Orientalische Sprachen der Universität Hamburg zu arbeiten.
Allerdings fand seine Karriere 1925 ein abruptes Ende, als er wegen Homosexualität verurteilt wurde. Im März 1926 kam Ritter nach Istanbul, wo er seine Forschungen zur iranischen Literatur und Sufismus fortsetzte. Er erkannte den Reichtum der Manuskripte in den Bibliotheken Istanbuls und sandte einen Bericht an deutsche Wissenschaftler, um ein Verzeichnis dieser Werke zu erstellen.
Infolge dieses Berichts beschloss die Deutsche Orient-Gesellschaft, eine Zweigstelle in Istanbul zu eröffnen und brachte Ritter an die Spitze dieser Einrichtung. 1927 wurde er zum Vorsitzenden des Deutschen Orientalistentags ernannt. Zwischen 1929 und 1949 wurden unter seiner Leitung 24 arabische, persische und türkische Manuskripte veröffentlicht.
1933 wurde er als Dozent für Arabische und Persische Philologie an die Universität Istanbul eingeladen. 1936 erhielt er den Titel außerordentlicher Professor, und 1938 wurde er ordentlicher Professor. Von den Jahren des Zweiten Weltkriegs bis 1949 blieb Ritter in der Türkei und begann 1953 an der Orientalischen Fakultät der Universität Frankfurt zu arbeiten.
Zwischen 1948 und 1960 war er Professor für Orientalische Sprachen an der Johann Wolfgang von Goethe-Universität in Frankfurt. Von 1959 bis 1969 unterrichtete er an der Universität Istanbul und spielte eine bedeutende Rolle bei der Gründung des dortigen Orientalischen Instituts. Helmut Ritter verstarb am 19.
Mai 1971 in Oberursel, Deutschland, im Alter von 79 Jahren.