Biografie
Herbert Spencer wurde am 27. April 1820 in Derby, England, geboren und starb am 8. November 1903 im Alter von 83 Jahren in Brighton, England.
Als Philosoph und Soziolog ist Spencer vor allem als einer der bedeutendsten Widersacher von Charles Darwin in der Entwicklungstheorie bekannt. Obwohl er bis zu seinem vierzigsten Lebensjahr keine systematische Ausbildung genoss, entwickelte er tausende von Ideen in verschiedenen Wissenschaftsbereichen. Dank seiner Beobachtungsgabe fand er Belege, um seine Theorien zu untermauern, und bildete sich in Mathematik und Naturwissenschaften weiter.
Nach einer kurzen Lehrtätigkeit arbeitete er als Ingenieur beim Bau der London-Birmingham-Eisenbahn. Zudem war er als Autor für das renommierte Finanz- und Wirtschaftsmagazin Economist tätig. Spencer spielte eine entscheidende Rolle bei der Popularisierung des Begriffs "Evolution" und war ebenso einflussreich wie Darwin in der Entwicklung der Evolutionstheorie.
Er betrachtete die Evolution in einem breiten Spektrum, das vom Sonnensystem über die Erde bis hin zu den Körpern aller Lebewesen und ihren sozialen Strukturen reichte. Spencer forschte auch zur Evolution der Sprachen und fand die Wurzeln der Religionen im Ahnenkult. Er wurde durch das physikalische System von Isaac Newton und den Positivismus von Auguste Comte beeinflusst und betrachtete die Evolution aus einer soziologischen Perspektive.
In den 1870er und frühen 1880er Jahren erreichte er insbesondere in den Vereinigten Staaten, Russland und England große Bekanntheit. Im Jahr 1902 wurde er für den Nobelpreis in Literatur nominiert, doch lehnte er viele Auszeichnungen und Lob häufig ab.