Biografie
Hilmi Ziya Ülken wurde am 3. Oktober 1901 in Istanbul geboren und ist ein bedeutender Philosoph, Soziologe und Schriftsteller in der türkischen Denktradition. Sein Vater war der Chemiker Mehmet Ziyaettin Ülken und seine Mutter Müşfika Ülken.
Die Grundschulausbildung erhielt er an der Tefeyyüz İdadisi, während er die Mittel- und Oberschule an der Istanbul Sultanisî absolvierte. Im Jahr 1918 trat er in die Mülkiye Mektebi ein und schloss sein Studium dort 1921 ab. In seinen jungen Jahren gründete Ülken die Anadolu Dergisi und veröffentlichte 1923 auch die Zeitschriften Mihrab und Anadolu.
1927 gründete er die Felsefe ve İçtimaiyat Derneği und gab die Felsefe ve İçtimaiyat Dergisi heraus. Zwischen 1938 und 1943 publizierte er die Zeitschrift İnsan und bis 1960 die Sosyoloji Dergisi. Nach seiner Rückkehr nach Istanbul im Jahr 1926 unterrichtete er Geschichte und Psychologie an der Çapa Kız Öğretmen Okulu.
1933 wurde er als Dozent für Türkische Zivilisation an der Universität Istanbul berufen und erhielt die Möglichkeit, nach Deutschland für Forschungszwecke zu reisen. 1941 erhielt er den Titel eines Professors und wurde zum Leiter der Soziologie-Abteilung ernannt. 1949 war er einer der Gründer der Fakultät für Theologie an der Universität Ankara und wurde 1956 dort zum Professor für Allgemeine Philosophie ernannt.
1961 war er als Professor an der Fakultät für Theologie der Universität Ankara tätig und wechselte 1962 nach dem Rücktritt von der Universität Istanbul dorthin. Nach dem Putsch vom 27. Mai 1960 wurde ihm der Unterricht entzogen und er verstarb am 5.
Juni 1974 im Alter von 73 Jahren in Istanbul. Hilmi Ziya Ülken sprach Englisch, Deutsch und Französisch. Außerdem interessierte er sich für Kunst, malte Bilder und beschäftigte sich mit der Kalligrafie.
Zu seinen bedeutenden Werken gehören Umumi Ruhiyat, Türk Tefekkürü Tarihi und İslam Düşüncesi.