Biografie
Ibn Rushd wurde am 14. April 1126 in Córdoba, Andalusien, geboren und verstarb am 10. Dezember 1198 in Marrakesch, Marokko, im Alter von 72 Jahren.
Sein voller Name lautet Abū 'l-Walīd Muḥammed ibn Aḥmed ibn Muḥammed ibn Ruschd, während er in Europa unter dem Namen Averroes bekannt ist. Sein Vater war Richter in Córdoba, und schon in jungen Jahren begann er mit dem Studium der Wissenschaften. Zunächst erlernte er die Disziplinen der Karrāb und des Fiqh, bevor er sich weiteren Bereichen wie Physik, Medizin und Astronomie widmete.
Ibn Rushd wurde von dem marokkanischen Herrscher Abu Yakub an den Hof berufen und beauftragt, die dunklen Seiten der Werke Aristoteles' zu erhellen. Er studierte die Werke bedeutender Denker wie Farabi, Ibn Sina und Imam al-Ghazali und verfasste detaillierte Kommentare zu Aristoteles' Ansichten. Doch einige seiner Ideen stießen auf Unmut unter den Muslimen, da sie den Grundsätzen des Islam widersprachen, was ihn in eine schwierige Lage brachte.
Der Herrscher berief eine Versammlung von Gelehrten aus Córdoba ein, die feststellte, dass seine Ansichten als Abweichung betrachtet werden. Ibn Rushd verbrachte seine letzten Jahre in Trauer und Leid und starb 1198 in Marrakesch. In der Medizin hinterließ er ebenfalls bedeutende Werke, darunter das bekannteste, „Külliyat fi't-Tıp“.
Dieses Werk wurde über Jahrhunderte hinweg als Lehrbuch an europäischen Universitäten verwendet. Ibn Rushd leistete auch bedeutende Beiträge zur Logik und Philosophie, dessen Werke im Laufe des 13. Jahrhunderts ins Lateinische übersetzt wurden.