Biografie
İpek Çalışlar wurde 1947 in Istanbul geboren und ist eine bedeutende Schriftstellerin. Ihre Schulbildung begann sie an der Üsküdar Amerikan Kız Lisesi, bevor sie ihr Studium an der Fakultät für Politikwissenschaften der Universität Ankara abschloss. Nach ihrem Abschluss trat sie in die Fußstapfen des Journalismus und begann ihre Karriere im Nachrichten Zentrum der TRT.
Während der Zeit des Militärputsches am 12. September verließ sie die TRT und übernahm in den 1980er Jahren die Nachrichtenredaktion der Zeitschrift „Nokta“, die als Stimme der Opposition galt. In dieser Zeit war sie auch Mitbegründerin von „Sokak“, das als patronenfreies Magazin bekannt wurde.
Nach dem Militärputsch am 12. März verbrachte sie zwei Jahre im Gefängnis. Zwischen 1990 und 1992 lebte sie in Hamburg, wo sie sich mit Themen wie sexuellen Identitäten, Frauen und Islam beschäftigte.
Nach ihrer Rückkehr nach Türkei arbeitete sie als Nachrichtenchefin für die Cumhuriyet Zeitung und gab zehn Jahre lang die Cumhuriyet Dergisi heraus. İpek Çalışlar hat ein mit dem Kulturministerium ausgezeichneter Film-Drehbuch sowie zahlreiche Übersetzungen verfasst. Ihr Interesse für die Frauenhistorie begann in ihren Zeitschriftenjahren und 2006 veröffentlichte sie die Biografie „Latife Hanım“, in der sie das Leben von Latife Hanım, die 2,5 Jahre lang mit Mustafa Kemal Atatürk verheiratet war, erforschte und niederschrieb.
Dieses Werk wurde mit dem Duygu Asena Preis der PEN Autorenvereinigung ausgezeichnet. Ihr Eheleben begann 1976 mit dem Journalisten Oral Çalışlar, aus dieser Ehe ging 1978 ihr Sohn Reşat Çalışlar hervor. 2003 reiste sie mit ihrem Ehemann nach Iran und verfasste über die Themen, die sie dort beobachtete.
2004 veröffentlichten sie gemeinsam das Buch „Iran: Eine Männliche Diktatur“. 2010 brachte sie das Buch „Halide Edib“ heraus, das den Untertitel „Eine Frau, die nicht in ihre Biografie passt“ trägt. İpek Çalışlar hat sich mit ihren Werken einen bedeutenden Platz in der türkischen Literatur erobert.