Biografie
İsmail Gaspıralı wurde am 20. März 1851 im Dorf Avcıköy nahe der Stadt Bahçesaray in der Krim geboren. Er gilt als einer der Pioniere der nationalen Aufbruchbewegungen in der türkischen Welt und hat sich für die Bereicherung der türkischen Sprachen sowie die Schaffung einer gemeinsamen Schriftsprache auf Grundlage des Istanbul-Türkisch eingesetzt.
Nach dem Abschluss seiner ersten Schulbildung in einer muslimischen Mekteb in Bahçesaray besuchte er die männliche Mittelschule in Akmescit und setzte seine Ausbildung an der Militärakademie in Moskau fort. Während seiner Bildungszeit hatte er die Gelegenheit, die westliche Zivilisation kennenzulernen und sich zu bemühen, diese Erfahrungen an die türkische Gesellschaft weiterzugeben. Im Jahr 1878 wurde er zum stellvertretenden Bürgermeister von Bahçesaray gewählt, und ein Jahr später übernahm er das Amt des Bürgermeisters.
Gaspıralı gründete 1883 in der Krim die erste türkische Zeitung, Tercüman, die großen Einfluss in der türkischen Welt hatte. Er führte auch bedeutende Neuerungen im Bildungsbereich ein und etablierte die Methode der usûl-i cedîd, um ein modernes Bildungssystem zu fördern. Am 11.
September 1914 verstarb er im Alter von 63 Jahren in Bahçesaray, Krim. Gaspıralı hinterließ mit seinen Arbeiten zur türkischen Sprache und Bildung ein dauerhaftes Erbe in der türkischen Welt.