Biografie
Jean Anouilh wurde am 23. Juni 1910 im Dorf Cérisole in der Nähe von Bordeaux, Frankreich, geboren. Sein Vater war ein Schneider und seine Mutter eine Geigerin, die in den Sommermonaten in Orchestern spielte.
Die Grundschule besuchte er an der école primaire supérieure und die Mittelstufe absolvierte er am Collège Chaptal. Dort erhielt er zur gleichen Zeit Unterricht wie der französische Regisseur Jean-Louis Barrault. Nach der Schule immatrikulierte sich Anouilh an der Universität Paris, um Rechtswissenschaften zu studieren, brach das Studium jedoch nach 18 Monaten ab, weil er einen Job in der Werbebranche fand.
Während des Zweiten Weltkriegs entschied er sich, bei der Besetzung Frankreichs durch die Nazis neutral zu bleiben. Sein Stück 'Antigone', das in dieser Zeit geschrieben wurde, gilt als das bekannteste Werk, das die Zusammenarbeit mit den Nazis kritisiert. In den 1950er Jahren wurde Anouilh für seine oppositionelle Haltung gegenüber Charles de Gaulle bekannt.
Sein 1959 verfasstes Stück 'Becket ou l'honneur de Dieu' wurde 1964 verfilmt, wobei Peter O'Toole und Richard Burton die Hauptrollen übernahmen. In seinen Werken behandelte Anouilh Themen wie die Kluft zwischen sozialen Klassen, die Schwierigkeiten in zwischenmenschlichen Beziehungen und die Zerrissenheit der Gesellschaft. Er klassifizierte seine Stücke als 'schwarz', 'rosa', 'glänzend', 'disharmonisch', 'kostümiert', 'barock' und 'meine Misserfolge'.
Im Jahr 1970 wurde er mit dem Prix mondial Cino Del Duca ausgezeichnet. Jean Anouilh heiratete 1931 die Schauspielerin Monelle Valentin und verband sich 1953 mit seiner zweiten Frau Nicole Lançon. Anouilh verstarb am 3.
Oktober 1987 im Alter von 77 Jahren in Lausanne, Schweiz. Viele seiner Werke wurden ins Türkische übersetzt und in Theatern aufgeführt.