Biografie
Köroğlu gehört zu den bedeutendsten Figuren der türkischen Volksliteratur und wird als Symbol der Freiheit angesehen. Unter seinem bürgerlichen Namen Ruşen Ali wurde er in der Gemeinde Dörtdivan in der Provinz Bolu geboren. Sein Vater Yusuf war der Stallmeister des Bey von Bolu.
Köroğlus Leben beginnt, als er aus Rache gegen den grausamen Bey von Bolu, der die Augen seines Vaters erblindete, in die Berge flieht. Während der Herrschaft von Sultan Murat III., der 1574 den Thron bestieg, nahm er an den Kriegen des Osmanischen Reiches gegen Persien teil. Köroğlu ist zu einem Symbol für Tapferkeit und Männlichkeit in der Volksüberlieferung geworden und hat im Volk durch seine heldenhaften Lieder einen festen Platz erobert.
Im Laufe der Zeit lebte er als Gesetzloser in den Bergen und entwickelte sich zu einer rebellischen Figur. Als Meister sowohl im Umgang mit Schwert und Schild als auch mit Laute und Poesie repräsentiert Köroğlu den Widerstand des Volkes gegen Unterdrückung. In seinem Epos werden die Taten geschildert, die er unternahm, um für die Rache seines Vaters zu kämpfen, sowie die Schwierigkeiten, die er dabei überwinden musste.
Gleichzeitig wird er im Volksmund als Vertreter von Gerechtigkeit und Freiheit angesehen. Im Laufe der Zeit erlangte er Ruhm, indem er Bolu überfiel, Karawanen beraubte und feindliche Armeen besiegte. Sein eigenes Epos nimmt einen wichtigen Platz in der türkischen Literatur ein und wurde von Schriftstellern wie Yaşar Kemal bis in die Gegenwart weitergetragen.