Biografie
Alphonse Marie Louise Prat de Lamartine wurde am 21. Oktober 1790 in der Stadt Mâcon, Frankreich, geboren. Als Kind einer loyalen, katholischen Aristokratenfamilie interessierte sich Lamartine schon in jungen Jahren für Literatur und Politik.
Im Jahr 1814, nach der Verbannung Napoleons auf die Insel Elba und der Rückkehr der Bourbonen an die Macht, diente er ein Jahr lang in der Garde von König Ludwig XVIII. Nach der Revolution übernahm er wichtige Aufgaben in der Landesverwaltung und war unter anderem Außenminister. Die Widersprüche im Christentum führten dazu, dass er sich von seiner Religion entfernte und sich der Philosophie des Transzendentalismus zuwandte.
1820 wurde er als Botschaftssekretär in die französische Botschaft in Neapel berufen, wo er zehn Jahre lang tätig war und weiterhin Gedichte veröffentlichte. 1829 wurde Lamartine in die Französische Akademie in Paris gewählt und trat 1830 von seinen diplomatischen Ämtern zurück, um sich der Politik zu widmen. Während seiner Reisen besuchte er Istanbul und reflektierte in seinen Werken über die türkische Geschichte und seine Eindrücke von der Türkei.
1848 übernahm er im Provisorischen Regierung die Position des Außenministers, zog sich jedoch aus der Politik zurück, als Napoleon III. das Kaiserreich ausrief. 1850 reiste er zum zweiten Mal nach Istanbul und traf sich mit Sultan Abdülmecit.
Nach einer Krise, die er 1867 erlitt, verlor er zeitweilig das Bewusstsein und verstarb am 28. Februar 1869 in Paris. Zu seinen bedeutenden Werken zählen 'Poetische Gedanken', 'Der Tod Sokrates' und 'Osmanische Geschichte'.