Biografie
Müslüm Gündüz wurde 1941 im Dorf Ağcakale, das zur Gemeinde Hankendi in der Provinz Elazığ gehört, geboren. Seine schulische Laufbahn begann er 1959 an der Abendkunstschule in Kastamonu, wo er die Gelegenheit hatte, sich weiterzuentwickeln. Nach seinem Abschluss kehrte Gündüz in seine Heimat zurück, sah sich jedoch mit Schwierigkeiten bei der Jobsuche konfrontiert und begann aus Existenzgründen in den Karabük Eisen- und Stahlwerken zu arbeiten.
1961 kam er mit der Nurcular-Bewegung in Berührung, was dazu führte, dass er seine religiösen Überzeugungen vertiefte. Seinen Militärdienst leistete er von 1963 bis 1965 in İskenderun, wobei diese Erfahrungen einen wichtigen Stellenwert in seinem Leben einnahmen. Nach dem Militärdienst setzte Müslüm Gündüz seine Karriere bei den Zonguldak E.K.İ-Werken fort und reiste 1967 nach Ankara, um an einem Seminar der Schüler von Said Nursi teilzunehmen. Im Jahr 1985 gründete er die Aczmendi-Sekte und fiel mit seinem eigenen Kleidungsstil auf. In einer Rede 1996 beim HBB-Fernsehen machte er seine Haltung gegenüber dem laizistischen demokratischen System deutlich, was zu bedeutenden öffentlichen Diskussionen führte.
Im selben Jahr wurde er wegen seiner Beziehung zu Fadime Şahin festgenommen, und dieser Fall erhielt durch die Medien breite Aufmerksamkeit. Er gewann einen Rechtsstreit vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gegen die Türkei, in dem er sich auf die Verletzung der Meinungsfreiheit berief, und war auch in einem anderen Verfahren erfolgreich. 2018 gelang es ihm, mit seinen Äußerungen bei Akit TV wieder in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit zu rücken. Müslüm Gündüz verlor 2008 seine Frau Endam Gündüz, mit der er 1969 geheiratet hatte, und aus dieser Verbindung stammt sein Sohn Ahmet Gündüz.
Das Leben von Gündüz ist von Glauben und Kämpfen geprägt und spiegelt ein reichhaltiges Schicksalsgefühl wider.