Biografie
Nadia Murad wurde 1993 im irakischen Dorf Kocho in der Stadt Sinjar geboren. Sie wuchs als Tochter einer Bauernfamilie auf und verlor 2014 bei dem Angriff des IS auf ihr Dorf einen Großteil ihrer Familie. In diesem Übergriff kamen ihre sechs Brüder und ihre Mutter ums Leben.
Nadia wurde vom IS entführt und in ein Camp gebracht, wo sie als Sexsklavin ausgebeutet werden sollte. Es gelang ihr jedoch, aus dem Raum, in dem sie gefangen gehalten wurde, zu fliehen und Zuflucht bei einer benachbarten Familie zu finden. Anschließend gelangte sie mit Hilfe einer muslimischen Familie zu einem Flüchtlingslager in Duhok.
Nach diesen traumatischen Erlebnissen engagierte sich Nadia Murad für die Menschenrechte und wurde zu einer weltweit anerkannten Aktivistin. Im Jahr 2018 erhielt sie zusammen mit Denis Mukwege den Friedensnobelpreis. Murad machte die physische und sexuelle Gewalt, die sie durch den IS erlitten hatte, öffentlich und bezeichnete das Yezidisch-Massaker als Völkermord.
2016 wurde sie mit dem Sacharow-Preis für geistige Freiheit des Europäischen Parlaments ausgezeichnet und zur Goodwill-Botschafterin der Vereinten Nationen ernannt. In ihrem 2017 veröffentlichten Buch „Der letzte Junge: Eine Erinnerung“ beschreibt sie ihre Zeit in der Gefangenschaft sowie die Auswirkungen von Terrororganisationen in der Region. Heute lebt sie in Deutschland und verlobte sich 2018 mit dem yezidischen Menschenrechtsaktivisten Abid Shamdeen.