Biografie
Nalan Tuntaş wurde am 8. Mai 1955 in İzmir geboren. Den Großteil ihrer Kindheit verbrachte sie in Söke.
Nach ihrem Abschluss an der Amerikanischen Mädchenoberschule in İzmir im Jahr 1975 erregte sie mit ihren Erfolgen in der Literaturzeitschrift und den von ihr verfassten Geschichten die Aufmerksamkeit ihrer Lehrer. Ihre schriftstellerische Karriere begann sie mit der Übersetzung von Romanen aus dem Englischen und trat 1995 mit ihrem ersten Kurzgeschichtenband „İçindeki Yalnızlık“ (Die Einsamkeit in dir) in die Literaturwelt ein. In diesem Buch thematisierte sie den Seelenzustand und das Gefühl der Verlassenheit des einsamen Menschen in der Gesellschaft.
1999 veröffentlichte sie den Roman „Baharda Yağmura Özlem“ (Sehnsucht nach Regen im Frühling) und 2001 brachte sie das Werk „Saatin Durduğu An“ (Der Moment, in dem die Uhr steht) heraus, in dem sie den Werteverfall und die Gefühllosigkeit der Menschen im Einklang mit dem technologischen Fortschritt darstellte. Bekannt wurde Nalan Tuntaş durch ihr Buch „Zor Yıllar“ (Die schweren Jahre), in dem sie die Lebensgeschichte ihres Großvaters Saffet Kayan, der Adjutant von Kazım Karabekir war, erzählt. In ihrem 2010 veröffentlichten Werk „Gölge Kadın“ (Die Schattenfrau) behandelt sie die unterdrückte Sexualität und Verzweiflung einer vom gesellschaftlichen Leben isolierten Frau.
2012 folgte der Roman „Arşipel'in Çocukları“ (Die Kinder des Archipels). Nalan Tuntaş ist mit Nazım Tuntaş aus Söke verheiratet und Mitglied des Vorstands des AKKÖY Kultur-, Kunst-, Literatur-, Tourismus- und Entwicklungsvereins sowie Mitglied des Schriftstellerverbands. In ihren Werken zeigt sie eine besondere Sensibilität für Frauenrechte und integriert auch tragische und verherrlichte Episoden aus der türkischen Geschichte.
Sie beschreibt sich selbst als jemanden, der viele Stimmungswechsel hat, einen kindlichen Geist bewahrt und sich besser mit jungen Menschen versteht. Beeinflusst wurde sie von Autoren wie Vladimir Nabokov, Franz Kafka, John Fowles, Stefan Zweig, José Saramago, Yaşar Kemal, Vedat Türkali, Oğuz Atay und Sabahattin Ali.