Biografie
Nazlı Ilıcak wurde 1944 in der Hauptstadt Ankara geboren und verbrachte ihre Kindheit in der Karanfil Straße. Ihr Vater, Muammer Çavuşoğlu, war ein bekannter Politiker, der in den 21. und 22.
Regierungen Ministerämter innehatte und einen tiefen Einfluss auf das Leben seiner Tochter hatte. Die Bildung, die sie in den Grundschuljahren an der TED Ankara Koleji erhielt, prägte ihre spätere Karriere. Nach ihrem Abschluss an der Notre Dame De Sion Französischen Mädchenschule in Ankara entwickelte sie einen intellektuellen Blickwinkel. Im Jahr 1969 heiratete Nazlı Ilıcak den Journalisten Kemal Ilıcak und eröffnete ein neues Kapitel in ihrem Leben.
Ihre eigentliche journalistische Karriere begann jedoch erst nach dem Tod ihres Vaters. Sie trat in die Fußstapfen ihres Vaters, indem sie bei der Zeitung Tercüman in der Enzyklopädie-Serie arbeitete und nach und nach zur Kolumnistin aufstieg. Bis 1988 war sie als Herausgeberin der Boulevard-Zeitung, die zur Tercüman-Gruppe gehörte, tätig. Nach dem Militärputsch vom 12.
September 1980 zog Ilıcak mit ihren mutigen Artikeln die Aufmerksamkeit auf sich, was sie jedoch auch häufig in rechtliche Schwierigkeiten brachte. Im Jahr 1982 wurde sie zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, die sie 1983 verbüßte. 1991 übernahm sie die Moderation der Sendung „Söz Meclis'ten İçeri“ beim TRT und arbeitete anschließend an verschiedenen Projekten bei Kanal 7. Ein Artikel, den sie 1999 in der Akşam Zeitung veröffentlichte, führte zu einer Schadensersatzforderung, welche einen Wendepunkt in ihrer journalistischen Karriere darstellte.
Im selben Jahr wurde sie für die Fazilet Partei zur Abgeordneten des Istanbuler Parlaments gewählt, verlor jedoch ihr Mandat im Jahr 2001 nach der Entscheidung des Verfassungsgerichts, die Partei aufzulösen. Bei den Parlamentswahlen 2011 kandidierte sie für die AK Partei, entschied sich jedoch 2013, die Zeitung nach Korruptions- und Bestechungsfällen zu verlassen. Ein weiterer Wendepunkt in Nazlı Ilıcaks Leben war ihre Festnahme im Rahmen der FETÖ-Untersuchung im Jahr 2016 und die anschließende Inhaftierung. 2018 erhielt sie eine lebenslange Freiheitsstrafe, die jedoch durch das Eingreifen des Kassationsgerichts aufgehoben wurde.
Im Jahr 2019 wurde sie erneut vor Gericht gestellt und zu 8 Jahren und 9 Monaten Haft verurteilt, woraufhin sie 2023 ins Gefängnis kam. Diese schwierigen Prozesse zeigten ihren Willen und ihre Entschlossenheit und festigten ihren Platz in der politischen und medialen Landschaft der Türkei.