Biografie
Rabindranath Tagore wurde am 7. Mai 1861 in Kolkata, Indien, geboren. Sein Vater, Maharshi Devendranath Tagore, war ein wohlhabender Religionsführer.
Schon in jungen Jahren begann Tagore, Gedichte zu schreiben, und mit 17 Jahren wurde er nach London geschickt, um dort Rechtswissenschaften zu studieren. Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelte er, beeinflusst von dem bengalischen Raja Rammohan Roy, eine pantheistische Weltanschauung, die über traditionelle hinduistische Glaubensvorstellungen hinausging.
Nach der Veröffentlichung von Liedersammlungen in den 1880er Jahren folgte 1890 sein Werk 'Manasi', das einen reiferen Stil zeigt. Tagore verfolgte zwar kein Ziel in Richtung der Unabhängigkeit Indiens, but interessierte sich intensiv für gesellschaftliche und politische Probleme. 1883 heiratete er seine zehnjährige Frau Mrinalini Devi und bekam fünf Kinder.
Seine Frau starb 1902 an Blinddarmentzündung. Zwischen 1902 und 1907 durchlebte Tagore eine schwierige Phase, in der er einige seiner schönsten Gedichte schrieb. 1910 begann er, international anerkannt zu werden, als die englische Übersetzung seines Werks 'Gitanjali' veröffentlicht wurde, und 1913 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.
1915 wurde ihm der Titel 'Sir' verliehen, den er jedoch 1919 als Protest gegen das Amritsar-Massaker zurückgab. In den letzten 25 Jahren seines Lebens veröffentlichte Tagore 21 Bücher und hielt weltweit zahlreiche Vorträge. Zudem gründete er 1901 eine Schule in Santiniketan und eröffnete 1921 die Visva-Bharati-Universität.
Am 7. August 1941 verstarb er im Alter von 80 Jahren in Kolkata.