Biografie
Raphael Lemkin wurde am 24. Juni 1900 in der Stadt Vawkavysk, Weißrussland, geboren. Als jüdischer Nachkomme aus Polen machte er sich einen Namen in der Rechtswissenschaft.
Lemkin war der Autor des 1948 von den Vereinten Nationen angenommenen Übereinkommens zur Verhütung und Bestrafung des Völkermordes. Bereits in jungen Jahren entschied sich Lemkin für ein Jurastudium und erhielt seine Ausbildung an der Universität Lwiw sowie der Universität Heidelberg, bevor er als Staatsanwalt beim Bezirksgericht Warschau zu arbeiten begann. Auf einer Konferenz in Madrid im Jahr 1933 schlug er den Begriff 'barbarische Handlungen' vor, der als Vorläufer des Begriffs 'Völkermord' gilt, jedoch fand dieser Vorschlag keine Zustimmung.
Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er in der polnischen Armee, wurde von der deutschen Armee gefangen genommen und gelangte später nach Schweden. 1941 emigrierte Lemkin in die Vereinigten Staaten, wo er an der Duke University und der University of Virginia als Dozent tätig war. 1943 zog er nach Washington D.C.
und beriet das US-Verteidigungsministerium. Das 1948 der UN vorgelegte Völkermordübereinkommen wurde einstimmig von 55 Ländern angenommen. Lemkin verstarb am 28.
August 1959 in New York an einem Herzinfarkt. Als der Schöpfer des Völkermordbegriffs gilt Lemkin als bedeutende Figur im Bereich der Verbrechen gegen die Menschlichkeit.