Biografie
Rüşdü Saraçoğlu wurde am 18. April 1948 in Ankara geboren und ist ein Wirtschaftswissenschaftler sowie Politiker. Er ist der Enkel des ehemaligen Ministerpräsidenten Mehmet Şükrü Saraçoğlu.
Sein Vater, Hüseyin Aydın Saraçoğlu, hatte das Amt des Präsidenten des 9. Strafsenats des Kassationsgerichts inne. Nach seinem Abschluss in Volkswirtschaftslehre und Statistik an der ODTÜ im Jahr 1971 erwarb Rüşdü Saraçoğlu 1980 an der Universität Minnesota in den USA seinen Doktortitel in Wirtschaftswissenschaften.
Nach seiner Tätigkeit als Lehrbeauftragter an der Universität Minnesota und am Boston College war er von 1979 bis 1984 als Ökonom beim Internationalen Währungsfonds (IWF) tätig. Nach seiner Rückkehr in die Heimat im Jahr 1984 übernahm er die Position des Generaldirektors für Forschung, Planung und Ausbildung bei der Zentralbank der Republik Türkei. 1986 wurde er stellvertretender Gouverneur der Zentralbank und 1987 deren Präsident.
Während der ANAP-Ära wurde Saraçoğlu in dieses Amt gehoben und setzte seine Tätigkeit auch während der DYP-SHP-Koalitionsregierung fort. Am 2. August 1993 trat Saraçoğlu von seiner Position als Präsident der Zentralbank zurück und wurde bei den Wahlen am 24.
Dezember 1995 als Abgeordneter für die XX. Legislaturperiode in Izmir gewählt. In der 53.
Regierung unter Ministerpräsident Mesut Yılmaz war er als Staatsminister für Wirtschaft verantwortlich. Ab dem 1. März 2002 war er als Präsident der Banking- und Insurance Group der Koç Holding tätig, bis er am 31.
Dezember 2007 in den Ruhestand ging. Rüşdü Saraçoğlu ist Mitglied einer 25-köpfigen Gruppe von Premierministern sowie Finanz- und Wirtschaftsministern aus verschiedenen Ländern, die von der berühmten Carnegie-Stiftung in den USA unterstützt wird. Außerdem ist er internationales Mitglied der Bilderberg-Gruppe.
Rüşdü Saraçoğlu verstarb am 24. Mai 2025 im Alter von 77 Jahren in Istanbul aufgrund von Herzproblemen.