Biografie
Takiyüddin wurde am 14. Juni 1526 in der Stadt Damaskus des Osmanischen Reiches geboren und verstarb am 18. Februar 1585 in Istanbul im Alter von 59 Jahren.
Als einer der bedeutendsten Astronomen des Osmanischen Staates gilt er als Astronom, Ingenieur, Mathematiker und Mechaniker. Seine ersten Bildungsstufen absolvierte er bei seinem Vater Zeynüddin Ma‘rûf und erhielt danach Unterricht von verschiedenen Lehrern in Kairo und Damaskus. 1550 zog er mit seiner Familie nach Istanbul, wo er unter anderen von namhaften Persönlichkeiten wie Çivizâde Mehmed Efendi, Ebussuud Efendi, Kutbüddinzâde Mehmed Efendi und Saçlı Emîr Unterricht erhielt.
Nach seiner Rückkehr nach Istanbul im Jahr 1570 wurde Takiyüddin 1571 von Sultan II. Selim zum Hofastronomen ernannt und begann 1574 mit seinen Beobachtungen im Galataturm. 1577 errichtete er auf dem Tophane Hügel ein Observatorium auf Erlass von Sultan III.
Murat, wo er Beobachtungen zu Sonne, Mond und Planeten durchführte. Der Abbruch des Observatoriums und das Ende seiner wissenschaftlichen Arbeiten waren jedoch eng mit den politischen Konflikten und religiösen Debatten jener Zeit verbunden. Takiyüddin leistete bedeutende Beiträge im Bereich der Trigonometrie, indem er Definitionen für Sinus, Kosinus, Tangens und Kotangens entwickelte.
Zudem entwarf er mechanische Uhren und verschiedene Geräte und leistete wichtige Beiträge im Bereich der Optik. Zu seinen bedeutendsten Werken zählen 'Sidretü müntehe’l-efkâr', 'Reyḥânetü’r-rûḥ' und 'Cerîdetü’d-dürer'.