Biografie
Ümmü Gülsüm wurde am 4. Mai 1904 im ägyptischen Gouvernorat Dakhaliye, im Dorf Tamay Zahayra, als Tochter eines Imams geboren. Ihr voller Name lautete Ümmü Gülsüm İbrahim Elbeltaci.
Ihre musikalische Karriere begann sie im Alter von fünf Jahren, als sie das Lesen des Korans erlernte. Mit zwölf Jahren wurde sie von ihrem Vater in Männerkleidung gekleidet und zu Nachbarn gebracht, um religiöse Lieder und Gedichte vorzutragen. Ab 1926 begann sie Lieder über die Liebe zu singen und wurde 1928 zu einer der erfolgreichsten Künstlerinnen Kairos.
Während der Regierungszeit von König Faruk erregte sie am Hof großes Interesse. Mit der Gründung des Ägyptischen Rundfunks im Jahr 1934 begann ihre Bekanntheit im gesamten Nahen Osten zu wachsen. 1935 trat sie in die ägyptische Filmindustrie ein und übernahm Hauptrollen in zahlreichen Filmen.
1937 erlangte sie Ruhm durch ihre Live-Konzertprogramme beim Ägyptischen Rundfunk. Nach dem Ende der monarchischen Herrschaft im Jahr 1952 wurden ihre Konzerte verboten, doch dieses Verbot wurde bald wieder aufgehoben. 1967 trat sie mit einem Konzert in Frankreich auf und erlangte auch international Anerkennung.
Ümmü Gülsüm starb am 3. Februar 1975 im Alter von 71 Jahren in Kairo. Die Künstlerin, die für ihre einzigartige Stimme und ihren Gesang bekannt war, hatte eine Stimme zwischen Mezzosopran und Kontralto, die im Laufe der Jahre unverändert blieb.