Biografie
Ziya Gökalp zählt zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der türkischen Literatur, Soziologie und Denkweise. Er wurde am 23. März 1876 in Diyarbakir geboren und begann hier seine schulische Laufbahn, wo er in jungen Jahren Arabisch, Persisch und islamische Wissenschaften erlernte.
1895 zog Gökalp nach Istanbul, um sich an der Veterinärschule einzuschreiben, wo er von den politischen und intellektuellen Bewegungen seiner Zeit beeinflusst wurde. Als Mitglied der Young-Turk-Bewegung gehörte er zu den Jugendlichen, die gegen die unterdrückende Herrschaft Sultan Abdülhamits kämpften. In dieser Zeit führte eine Gefängnisstrafe zur weiteren Reifung seiner Gedankenwelt.
Gökalp legte mit seiner Synthese aus TürkNationalismus, Islamismus und Westorientierung die intellektuelle Grundlage des türkischen Nationalismus. In seinen Gedichten betonte er die Geschichte, Kultur und nationalen Werte des türkischen Volkes und strebte an, die Identität der Türkischen Nation neu zu definieren. Zu seinen bekanntesten Werken gehören „Kızıl Elma“, „Altın Işık“ und „Yeni Hayat“.
Zudem gilt er als einer der ersten modernen Soziologen der Türkei, der die Probleme der türkischen Gesellschaft analysierte und vertrat die Auffassung, dass gesellschaftliche Entwicklung nur durch die Erhaltung kultureller Werte sowie deren Modernisierung möglich ist. Während der II. Meşrutiyet-Periode war er ein bedeutendes Mitglied der İttihat und Terakki Cemiyeti und nahm 1923 eine Rolle als Abgeordneter in der Gründungsphase der Türkei ein.
Ziya Gökalp verstarb am 25. Oktober 1924 in Istanbul und hinterließ Werke, die als Wegweiser für die Identitätsfindung des türkischen Volkes dienen.
Beziehungsstatus
Todesumstände
İstanbul