Biografie
Muhammed Idrisi war ein als Geograph, Kartograf und Reisender bekannter 12. Jahrhundert. Als muslimischer Gelehrter spielte er eine entscheidende Rolle bei der Erstellung der Weltkarte, wie wir sie heute kennen.
In seinen jungen Jahren bereiste er die Küsten Frankreichs, Portugals, Spaniens sowie Nordafrikas, Südenglands und des Atlantischen Ozeans, wo er viele wertvolle Informationen sammelte. Mit 16 Jahren kam er in Anatolien an, wo er durch seine Beobachtungen sein geografisches Wissen erweiterte. Im Jahr 1145 trat er in den Dienst von König Roger II.
von Sizilien und verbrachte die nächsten 20 Jahre am Hof in Palermo. Dort präsentierte er dem König eine aus Silber gefertigte Erdkugel sowie sein Werk „Das Buch von Roger“. Dieses Buch enthält eine Weltkarte mit 70 Tafeln und gilt als eines der bedeutendsten Werke in der Geschichte der Kartografie dieser Zeit.
In seinen Karten zeigt er die Welt unterteilt in sieben Klimazonen von Äquator nach Norden und in zehn Längengrade. Die Informationen, die er über den Balkan und das Mittelmeer bereitstellte, sind bis heute von Bedeutung. Zudem erstellte er ein Atlaswerk mit 71 Karten.
Der König stellte Muhammad Idrisi alle Ressourcen des Landes zur Verfügung, um diesen Atlas zu erstellen. In seinen Arbeiten wies er darauf hin, dass die Länge des Äquators 360 Grad beträgt, dass der bewohnte Teil der Erde 64 Grad des Äquators umfasst und dass die Erde zwar rund, aber keine perfekte Kugel ist. Im Jahr 1951 wurde seine Karte vom Irak Wissenschaftsinstitut vergrößert und neu gezeichnet.
Einige Kopien seiner Werke haben bis in die Gegenwart überlebt. Muhammad Idrisi verstarb im Alter von 66 Jahren in der autonomen Region Sizilien in Italien.